Die Interviews, die ARD und ZDF mit Tino Chrupalla und Alice Weidel führten, demaskieren Person und politisches Niveau dieser Politiker sowie ihrer Anhänger.
Mit den offenbarten intellektuellen Defiziten kann man nur in einer Gruppierung wie der AfD Karriere machen. Weil dort stets nur das allzu Schlichte, das von Vorurteilen geprägte Unverdaute, nach oben kommt. Beschränktheit und Einfalt lassen keine Auseinandersetzung auf demokratischem Diskursniveau zu. In der Ideologie der vermeintlich Entrechteten („Wir holen uns unser Land zurück“) gibt es nur Schuldige und Versager. Da man sich argumentativ nicht streiten kann, greift man zu Verleumdungen wie „Flachzangen“. Diese Werkzeuge sind aber tatsächlich Präzisionsinstrumente. Also das Gegenteil dessen, was in Alice Weidels Welt des Wahns verbreitet ist. Ihr fällt eben nichts anderes ein. Woher soll sie, die Beschränkte, auch schöpfen? Ihr Metier ist das Diffuse, ist der Unrat, der nach Anerkennung schreit. Ihre Dissertation über das Rentensystem der Volksrepublik China belegt ihren Hang zu autoritären Strukturen, in denen der Einzelne nichts gilt.
Der Malermeister an ihrer Seite versucht es erst gar nicht mit Umschreibungen seines Nichtwissens, etwa über Klimaveränderung und Hitzeschutz. Ohne dass es ihm klar wird, bekennt er sich zur bedingungslosen Dummheit. Auch Björn Höcke, der Chefideologie, ist lediglich ein Mephisto der Dödel, keinesfalls ein Herausforderer von Format.
In der TV-Berichterstattung über AfD-Veranstaltungen sieht man ein Publikum, das mit Vorurteilen und uneinlösbaren Versprechen zu gewinnen ist. Seine Bildungsferne macht es zum Spielmaterial. In einem von der AfD regierten Bundesland wird es für diese Menschen keinen Aufstieg geben. Im Gegenteil. Dort braucht man Kanonenfutter. Siehe Putins Russland.
Klaus Philipp Mertens

