Buchtipp

In der Falle

Recherchen zu „Social Media“

Die sogenannten sozialen Netzwerke stehen seit längerem in Verdacht, sich als Foren für dissoziale Gruppen etabliert zu haben. Teilweise als sich verselbstständigt habende Nutzer, die nicht zur Reflexion fähig sind. Aber auch von äußeren kommerziellen und politischen Interessen gesteuert. Wer regelmäßig die aufbereiteten Daten der US-amerikanischen Knoema Corporation (New York), des statistischen Amts der Europäischen Union, Eurostat, (Luxemburg) und des deutschen Statistischen Bundesamts (Wiesbaden) verfolgt, ist in der Lage, seriöse Informationskanäle von solchen, die Fakes verbreiten, zu unterscheiden.

 

Statistisch auffällig sind folgende Nutzer-Merkmale:

 

Bildungsferne (mangelhafte Allgemeinbildung trotz überwiegend normaler und teilweise gehobener Schulabschlüsse)
Profilneurose (übersteigertes Ego als Reaktion auf gesellschaftliche Nichtakzeptanz)
Rechtsradikalismus (Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus; in den USA vielfach einhergehend mit Waffenkult und christlichem Fundamentalismus)
Sexueller Missbrauch (sowohl von Minderjähriger als auch von Erwachsenen, der häufig kommerziell verwertet wird)
Verschwörungsfantasien (als Begleiterscheinungen unpolitischen Verhaltens und des Desinteresses an gesellschaftlichen Fragen)
 

Fachleute in Deutschland sprechen mittlerweile von BPRSV-Medien statt von Social Media. Und sie verweisen konkret auf Hintermänner und Hinterfrauen, die das fehlende Problembewusstsein der Nutzer kommerziell und politisch für eigene Zwecke verwerten.

 

Im Herbst 2023 erschien ein Buch, welches diesen Komplex entlarvt. Es trägt den Titel „In der Social Media-Falle“ und wurde geschrieben von Björn Staschen. In seinem streitbaren Diskurs über die Wirkung von TikTok, Facebook, Instagram, X & Co zeigt der Autor, wie wir langsam unsere digitale Freiheit verlieren – aber auch, wie wir sie verteidigen können.

 

Staschen schreibt in seinem Vorwort:

 

„Es ist paradox: Noch nie war es dank unzähliger Plattformen und Kanäle so einfach, seine Meinung zu äußern. Noch nie aber entschieden auch so wenige Menschen über die Regeln dieser Plattformen. Noch nie war deshalb die für unsere Demokratien entscheidende freie Meinungsbildung so sehr in Gefahr. Und noch nie waren die Zeichen, dies zu erkennen, so offensichtlich.“

 

Einem aufmerksamen Rezensenten hat das Buch gefallen:

 

„Präzise argumentiert, spannend geschrieben und am Puls der Zeit: Björn Staschen belegt in seinem Buch, wie Soziale Netzwerke unsere freie Meinungsbildung unter Druck setzen - und was wir dagegen tun können: Denn unabhängige Informationen sind lebenswichtig für unsere Demokratie. Ein Plädoyer gegen die digitale Bequemlichkeit - und ein wichtiges Fundament für eine dringend nötige Debatte."

Ingo Zamperoni, ARD-Moderator

 

Die bibliografischen Daten:

 

Björn Staschen
In der Social Media Falle
Wie wir unsere digitale Freiheit retten

Ladenpreis 24,00 Euro
Erschienen am 19.09.2023
ISBN-13 978-3-7776-3389-3
S. Hirzel Verlag GmbH, Stuttgart

 

 

KPM