Die Frankfurter Grünen üben das Haustürgespräch mit Wählern. Nach diversen Kommunikationsproblemen zwischen Partei und Bürgern, beispielsweise beim Heizungsgesetz, erscheint das als dringend notwendig. Selbst falls man sich bei der Bundestagswahl nicht für diese Partei entscheidet, kann eine einheitliche Sprache deren Anliegen transparenter machen.
Allerdings zweifele ich am Erfolg des Workshops und der Haustürbesuche. Es sei denn, die Adressaten sind von vornherein vom grünen Programm überzeugt, sodass es eigentlich keiner Werbung mehr bedarf.
Denn der Titel des Workshops „Gut und sicher mit Wähler*innen kommunizieren“ enthält bereits zwei Grammatikfehler. Nach dem „Amtlichen Regelwerk“ kann man das abstrahierende (genderneutrale) Wort „Wähler“ benutzen oder bei einer Direktansprache der Geschlechter „Wählerinnen und Wähler“ sagen bzw. schreiben. Die synthetische Wörterzusammensetzung „Wähler*innen“ hingegen bedeutet eine Hierarchisierung zu Lasten von Frauen. Sie haben in dieser Konstruktion lediglich die Funktion eines Anhängsels. In der Sprachlogik lässt sich solche Praxis auf die Formeln reduzieren „Wenn A, dann B“ und „B falls A“.
Meine persönliche Schlussfolgerung: Die Grünen leben in einer Blase und bedienen sich einer Binnensprache, die außerhalb nicht verstanden wird. Weder im Zusammenhang mit ökologischen Heizmodellen noch mit nachhaltiger Verkehrsplanung. Letztere zeigt in Frankfurt die intellektuellen und moralischen Grenzen einer frühvergreisten Partei, die an den Problemen vorbeiregiert.
© Redaktion ProLesen Frankfurt a.M. / 2025
Klaus Philipp Mertens

