Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

KulturNachrichten

»Warten auf Godot« von Samuel Beckett

Schauspielhaus Frankfurt

Samuel Becketts Jahrhundertstück ist eine böse Farce über die menschliche Existenz. Vladimir und Estragon warten vergebens auf Godot, der heute nicht kommen wird. Auch morgen nicht. Wartende in einer Transitsituation. »Man sollte nicht vergessen, dass Beckett das Stück geschrieben hat, als die ersten Stimmen aus den Vernichtungslagern sich Gehör verschafften«, kommentiert der Historiker Valentin Temkine 2008. Das unerlöste Warten der beiden Protagonisten Vladimir und Estragon ragt weit über die Theaterbühne hinaus. Die existentielle Einsamkeit des Menschen offenbart sich, die Abhängigkeit voneinander, die sinnlosen Spiele von Herrschaft und Knechtschaft. Wenige Texte sind von einer solchen Wirkungskraft. Im grotesken Clownsspiel verbirgt sich eine tieftraurige Parabel über eine Gesellschaft ohne Ziel. Mit den Mitteln des Absurden begegnet Beckett dem Grauen, um das Recht auf Menschlichkeit zu postulieren.

Regie und Bühne: Robert Borgmann
Kostüme: Bettina Werner
Musik: Philipp Weber
Video undLichtdesign: Carsten Rüger
Dramaturgie: Lukas Schmelmer

Besetzung: Isaak Dentler, Max Mayer, Heiko Raulin, Samuel Simon

Premiere am 12. Januar 2019, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen:
14./18./24./25./31. Januar,
4./6./13./14./23. Februar 2019