Frankfurter Netzzeitschrift für Kultur, Literatur & gesellschaftlichen Diskurs

KulturNachrichten

Frankfurter Autoren THEATER

Vorstellungen im Februar 2020

SA 08.02.20
SO 09.02.20

T.R.I.P. theories reconstructed in a process

von Thomas Kurze
20:00 Uhr 1.Platz Autorentheatermarkt 2018
 

Thomas Kurze ist  Gewinner der Ausschreibung Frankfurter-Autorenmarkt 2018

…weil die menschen sich nicht zusammenreißen können, sie sagen, mensch, sagen sie, wo bleibe ich, und dann suchen sie sich, und sie finden sich nicht, und dann ist es nach ihrer einschätzung eine, sie sagen, wo bleibe ich, ich finde mich nicht, also muss ich mich platzieren, muss sagen, hier, das bin ich, und sicherheitshalber nehme ich zwei plätze ein, und paff, ist man erst mal soweit, dann folgt auch schon der dritte und vierte, und schließlich ganz viele, unendlich, überabzählbar unendlich viel raum will dann jeder besetzen, und das lässt die ganze konstruktion, architektur, zusammenbrechen …

Spiel: Randi Rettel/Daniel Schwingel
Regie: beatnik

 

SA 22.02.20      
20:00 Uhr 

BONBAST – Sackgasse
Lesung von Hossain Raihani


Zary, knapp 10 Jahre alt, wird beim Spielen mit dem Nachbarsmädchen unterbrochen und muss am Abend desselben Tages sich ihrem Bewerber beim Bewirten attraktiv präsentieren. Der Heiratstermin wird für zwei bis drei Jahre später festgelegt. Während ihrer Ehe bekommt sie Kinder, wird von dem Mann geschlagen und vergewaltigt.


Um der ernsthaften Knappheit des Haushaltsbudgets, das von dem Mann zur Verfügung gestellt wurde, zu entgehen, fängt sie an, trotz des heftigen und aggressiven Widerstands des Mannes in einer Schneiderwerkstatt zu arbeiten. Sie erlebt die Revolution. Der Schah verlässt fluchtartig das Land, woraufhin Khomeini die Macht erlangt und eine islamische Republik errichtet. Die Unterdrückung und Armut wird zunehmend schlimmer und übersteigt auch die, welche unter der Alleinherrschaft des Schahs stattfand.

 

Der Autor liest selbst.

Für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.

 

 

Premiere
SA 29.02.20
20:00 Uhr

NACH DEM REGEN. Von Sergi Belbel
In der Regie von Andreas Walther-Schroth
Gastspiel Theaterlust – freie Bühne Hofheim

Zum dritten Mal nach „Irgendwas mit Glück“ (nach Yasmina Reza) 2015 und „Irgendwie verfahren“ (nach Theresia Walser) 2017 kommt Theaterlust – freie Bühne Hofheim mit einer neuen Produktion ins FAT.

Seit zwei Jahren hat es nicht mehr geregnet. In dieser aufgeladenen Atmosphäre flüchten namenlose Charaktere wie zwei Chefs, vier Sekretärinnen und zwei weitere Angestellte auf das Dach des Wolkenkratzers ihrer Firma.
Sie wollen für einen Augenblick dem Druck ihrer Firma entfliehen. Während heimlicher Pausen verstoßen alle gegen strikte Regeln des autoritär geführten Finanzunternehmens und geben sich verbotenen aber umso sinnlicheren Gelüsten hin.
„Der Regelbruch um zu überleben“ verbindet und lässt Hemmungen schwinden. Die Dachszenerie entwickelt sich zu einer eigenen Welt: im Zickenkrieg und der Karrierenschlacht kämpft jeder gegen jeden; Machtspiele werden zelebriert und Abhängigkeiten ausgekostet. Sehnsüchte brechen durch die Fassade, Empathie ist rar und der Sprung in die Tiefe liegt nah.

Ein spannender Theaterabend mit apokalyptischem Unterton, amüsant, absurd, voller Komik.

Weitere Aufführung:
So 01.03.2020 um 18:00 Uhr